Ein neugeborenes Baby mit dem Taxi nach Haus bringen (Österreich)


Ein überraschtes, aber glückliches junges Paar, steht mit seinem Baby in einer Babyschale vor dem Schild „Krankenhaus der Stadt“. Neben ihnen wartet ein Wiener Taxi, in dem ein freundlicher, bärtiger Taxifahrer mit Migrationshintergrund sitzt. Die Straße im Hintergrund zeigt klassische Wiener Architektur, Bäume, eine fahrende Straßenbahn und einen Radfahrer, während die Sonne scheint

In Ratgebern für junge Eltern geht es oft nur noch kurz um die erste Heimfahrt mit dem Baby nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. Meist wird dabei selbstverständlich vom Besitz eines eigenen Autos ausgegangen. Doch was tun, wenn man sonst mit Öffis, dem Rad und / oder zu Fuß unterwegs ist?

Inhaltsverzeichnis


Disclaimer: Dies ist ein privater Laien-Beitrag, keine medizinische Beratung! Bitte alle Fragen immer mit dem/der Hebamme, Ärztin/Arzt, Pflegepersonal, etc. abklären!


Das Baby mit den Öffis nach Hause bringen?

Zu dieser Frage gibt es einige Foren-Diskussionen, aber eine „offizielle“ Quelle oder Einschätzung konnte ich hierzu nicht finden. Einige berichten von problemlosen, kurzen Fahrten. Die meisten anderen Eltern haben ein Taxi genommen oder das Auto von Freunden.

Bei Öffi-Fahrten sollte man – nach meinem Wissensstand – eine mögliche Überreizung und das noch nicht ausgereifte Immunsystem beachten:

Neugeborene sind wegen ihres unreifen Immunsystems und schneller Überreizung für große Menschengruppen noch nicht so gut gewappnet. Idealerweise kann man die ersten Öffi-Versuche abseits der Stoßzeiten und ohne Termindruck starten. Beim ersten Mal eignen sich einige, wenige Stationen, um z.B. ein bisschen Abwechslung in die tägliche Spazierrunde zu bringen.

https://nachhaltig-in-graz.at/grazer-oeffis-mit-baby/

Je nach Gesundheitszustand der Mutter nach der extrem anstrengenden Geburt kommt ein Fußweg zu den Öffis aber sowieso überhaupt nicht in Frage – für diesen Fall sollte man natürlich vorbereitet sein.

Mit dem Taxi nach Haus

Für die Heimfahrt ist somit meist ein Taxi das Mittel der Wahl, der Transport erfolgt dann in der Regel mit einem eigenen Kindersitz/Babyschale, s.u.

Befestigungs-Arten von Babyschalen: ISOFIX und Dreipunkt-Gurt

Bei Babyschalen/Kindersitzen gibt es wohl meist zwei Befestigungs-Arten:

ISOFIX, eine standardisierte Halterung: Im Auto wird eine Basisstation fest montiert, dort klickt man den Kindersitz einfach nur ein.

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Dreipunkt-Gurt-Befestigung: Es gibt keine fest montierte Basisstation, der Kindersitz wird mit dem normalen Gut temporär befestigt.

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Einige Babyschalen/Kindersitze unterstützen beide Systeme, manche nur eines.

Auskunft: Es gibt in Wien keine Taxis mit ISOFIX-Basistationen

Als ich mich über ISOFIX informierte – eine standardisierte Halterung, bei der man passende Kindersitze einfach auf der Basisstation einklicken kann – bekam ich eine überraschende Antwort. Ein Taxi-Unternehmen erklärte mir, dass es keinerlei Taxis mit ISOFIX-Halterungen in Wien gäbe. Der Grund:

Taxis oder auch Mietwägen (wie z.B. Uber) sind in Österreich von der Verpflichtung zur Kindersicherung durch Rückhalteeinrichtungen ausgenommen.

https://www.oeamtc.at/thema/kindersicherheit/sicher-im-taxi-oder-mietwagen-unterwegs-mit-kindern-auch-zum-flughafen-17153168

Überprüft habe diese Info nicht, ob wirklich kein Taxi-Unternehmen ISOFIX-Basisstationen anbietet. Falls jemand mehr weiß, gerne Kommentar da lassen!

Weiterhin wurde mir die Option genannt, das Baby im Arm zu halten und sich mit ihm anzuschnallen. Safety First schaut anders aus, im Falle eines Unfalls wäre das aus meiner Laien-Sicht vermutlich fatal. Absolut nicht empfehlenswert!

Lösung: Eigene Babyschale mit Dreipunkt-Gurtbefestigung im Taxi nutzen

Man kann jedoch telefonisch ein Taxi bestellen mit dem Wunsch, dass man seinen Nachwuchs im eigenen Babysitz mit Dreipunkt-Gurt-Befestigung mitnehmen möchte. Somit kann man den eigenen Kindersitz/Babyschale dann kurz selber im Taxi befestigen – was ziemlich schnell und easy funktioniert:

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Dies sollte (natürlich) auf den Rücksitzen erfolgen, weil vorne der Airbag erst deaktiviert werden müsste.

Obacht: Prüfen, ob der anvisierte Kindersitz/Babyschale wirklich über diese Gurt-Befestigungsmöglichkeit verfügt und zudem auch für Säuglinge einsetzbar ist. Einige Modelle gewährleisten dies über einen sogenannten „Neugeborenen-Einsatz“ (Beispiel).

Babyschale ausleihen beim ÖAMTC

Muss ich nur für diese eine Fahrt extra einen Kindersitz/Babyschale kaufen?

Beim Geburtskrankenhaus St. Josef, Wien, findet sich folgender Tipp:

Um Ihr Baby sicher nach Hause zu bringen, benutzen Sie bitte einen für das Alter geeigneten Autokindersitz, der gut gesichert werden kann. Informieren Sie sich schon im Vorfeld über die richtige Montage und die Sicherung. Sie können sich auch einen Autokindersitz bzw. eine Babyschale beim ÖAMTC ausborgen!

https://www.sjk-wien.at/unser-angebot/eltern-kind-zentrum/geburtshilfe/die-zeit-im-wochenbett

Der Ausleihservice findet sich hier:

https://www.oeamtc.at/shop/kindersitze/oeamtc-babyschalen-service-37060202

Das aktuell verliehene Modell bietet die Befestigung über den 3-Punkt-Gurt an.

Sonst kommt natürlich auch der Gebraucht-Kauf in Frage, der ADAC hat hierfür Tipps: https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/kindersitze/kindersitzberater/kindersitze-wie-alt

Das Baby richtig in die Babyschale setzen – und schreit es dann die ganze Fahrt?

Babys erscheinen anfangs „zerbrechlich“, aber keine Sorge: Sie in eine Babyschale zu setzen ist schnell erledigt. Bei der Entlassung im Krankenhaus kann man zudem die Krankenschwestern / Pflegefachmänner fragen, ob das Kind richtig im Sitz ist.

Bzgl. Schreien: Garantien gibt es nicht, aber durch die „beengte“ und fixierte Sitz-Position dürfte das Baby höchstwahrscheinlich schnell zur Ruhe kommen. Babys mögen an sich „Begrenzungen“, weil sie diese aus dem Mutterleib kennen.

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⚠️ Achtung: Baby nicht unbeaufsichtigt in der Babyschale schlafen lassen

Eine wichtige Sache gibt es zu beachten! Auch wenn das Baby seelig im Kindersitz schläft, sollte man es dann nicht unbeaufsichtigt daheim weiter schlafen lassen:

Kindersitze im Auto sind nicht zum Schlafen geeignet

Kinderärzte warnen: Säuglinge sollten zum Schlafen nicht unbeaufsichtigt im Autositz gelassen werden – es droht Erstickungsgefahr.

Eltern sollten ihre Säuglinge nicht längere Zeit unbeaufsichtigt in Auto-Kindersitzen oder in Buggys lassen. Es ist denkbar, dass der vergleichsweise schwere Kopf des Babys nach vorne fällt und zu einer Beeinträchtigung der Atemwege führt.

https://www.kleinezeitung.at/lebensart/familie/5554157/Erstickungsgefahr_Kindersitze-im-Auto-sind-nicht-zum-Schlafen-geeignet

Sonstige Tipps zu Mobilität mit Babys

Hinweis zu Autofahrten mit Neugeborenen

Lange Autofahrten sollten laut Quellen, die ich im Netz gesehen habe, vorerst vermieden werden:

Die meisten Kinderärzte sind der Meinung, dass längere Autofahrten, die mehr als zwei Stunden dauern, während der ersten drei Lebensmonate der Kinder vermieden werden sollten. Es handelt sich darum, dass die Wirbelsäule von Babys sehr empfindlich ist. Sehr kleine Kinder sollten die meiste Zeit in liegender Position verbringen, die für ihre Wirbelsäule am sichersten ist.                               

https://avionaut.com/de/wissensbasis/artikel/wie-lange-darf-ein-baby-in-einer-babyschale-liegen-tipps-fuer-eltern/

Tipps für Öffis mit Baby: Nichts überstürzen

Viele Tipps, wie bspw. auch das Beachten der Erkältungszeit im Herbst und Winter, finden sich schön gesammelt bei Nachhaltig in Graz:

Wann ist mein Baby startbereit?

Manche Mamas und Babys sind bereits kurz nach der Geburt fit und abenteuerlustig, andere brauchen ausreichend Zeit und Ruhe. Generell schadet es nicht, das Wochenbett langsam anzugehen. Neugeborene sind wegen ihres unreifen Immunsystems und schneller Überreizung für große Menschengruppen noch nicht so gut gewappnet. Idealerweise kann man die ersten Öffi-Versuche abseits der Stoßzeiten und ohne Termindruck starten. Beim ersten Mal eignen sich einige, wenige Stationen, um z.B. ein bisschen Abwechslung in die tägliche Spazierrunde zu bringen. Eine Begleitperson gibt Sicherheit und kann bei Bedarf mitanpacken. Achtet auf die Signale eures Babys und übernehmt euch anfangs nicht.

https://nachhaltig-in-graz.at/grazer-oeffis-mit-baby/

Ein- und Ausstieg bei Bus & Bahn: Vorwärts rein, rückwärts raus

Bzgl. Ein- und Ausstieg gibt es eine einfache Regel:

Beim Ein- und Aussteigen mit Kinderwagen, Rollator & Co. in Busse ist eine einfache Regel entscheidend für die Sicherheit aller Fahrgäste: Vorwärts einsteigen, rückwärts aussteigen! Doch warum ist diese Reihenfolge so wichtig?

https://ver-kehr.de/sicher-einsteigen/

Würde man vorwärts aussteigen, können sich die kleinen Vorderräder ggf. im Spalt verhaken. Siehe Infografik auf https://ver-kehr.de/sicher-einsteigen/.

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In Wien können die Busfahrer:innen die Busse bspw. auch absenken (Wiener Linien), um einen einfacheren Ausstieg zu gewährleisten.

Die WienMobil-App kann zudem in den Einstellungen so eingestellt werden, dass nur barrierefreie Abfahrten und Routen angezeigt werden.

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⚠️ Achtung am Bahnsteig – Kinderwagen immer festhalten oder mit Schlaufe sichern

An vielen ÖBB-Bahnhöfen finden sich inzwischen Schlaufen, um Kinderwägen zu sichern. Obacht, drastisches Video (was leider auf realen Vorkommnissen beruht):

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Diese Maßnahme ist eine der Konsequenzen nach dem Tod eines einjährigen Mädchens, das im Oktober durch den Sog eines durch den Bahnhof Puch bei Hallein (Salzburg) fahrenden Zugs zu Tode kam. Das Kind war aus dem Buggy geschleudert worden. Die Mutter hatte keinen Fehler begangen; der Wagen war korrekt abgestellt gewesen. Allerdings hatte die Mutter gerade den Griff des Wagens ausgelassen und wandte sich ihrem anderen Kind zu, als der Zug durchfuhr. Im April 2015 war im Bahnhof Linz-Ebelsberg ebenfalls ein Kind getötet worden. Die Mutter hatte den Wagen unbeaufsichtigt stehen gelassen – und Tickets gekauft.

https://www.diepresse.com/5347641/oebb-sicherheit-schlaufen-fuer-kinderwagen

Mehr Tipps und Informationen

Weitere gute Quellen gerne in den Kommentaren ergänzen oder mir per Mail zukommen lassen.

Gute Heimreise und eine schöne Eingewöhnungszeit!

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